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Zum Ende der Seite springen Erdogan hat Referendum gewonnen
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baobab69 baobab69 ist weiblich





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Erdogan hat Referendum gewonnen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden        Zum Anfang der Seite springen

Erdogan hat nach dem letzten Stand der Auszählungen das Referndum (knapp) gewonnen.
Und er macht gleich weiter.

http://www.ksta.de/politik/-so-gott-will...strafe-26719930

Mir fällt grad der Frühstückskaffee aus der Hand.

Frohe Ostern, hmmm?
17.04.2017 09:24 baobab69 ist offline E-Mail an baobab69 senden Beiträge von baobab69 suchen Nehmen Sie baobab69 in Ihre Freundesliste auf
jes



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Dabei seit: 13.01.2008
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Guten Morgen!
Inzwischen hat ja wohl auch die Wahlkommission den knappen Sieg eingeräumt.
So eine weitreichende Entscheidung wird nur von knapp über 50% getragen verwirrt wenn das mal kein Stoff für einen Bürgerkrieg ist.
Die meisten Oppositionellen sind im Knast, wenn er die Todesstrafe durchpeitscht, sind die auch bald gar nicht mehr da. Wählen durften sie sicher auch nicht...was für ein Hohn!

"Das Votum belegt die Spaltung des Landes und ist damit eigentlich gerade kein Mandat, das Land grundlegend umzubauen. Verfassungsänderungen brauchen besonders breite Zustimmung. Außerdem hat die oberste Wahlbehörde mal eben in einer Handstreichentscheidung am Abstimmungstag gegen das eigene Wahlgesetz verstoßen, als es erklärte, auch Stimmzettel ohne die offiziellen Stempel der Behörden mitzuzählen."

aus >>> Der Tod der türkischen Republik

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Mir reicht's. Ich geh' schaukeln... Zunge raus
17.04.2017 09:57 jes ist offline E-Mail an jes senden Beiträge von jes suchen Nehmen Sie jes in Ihre Freundesliste auf
inga



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Dabei seit: 14.01.2008
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Erschreckt hat mich, dass 63% der Türken in Deutschland mit Ja gestimmt haben. Angeblich aus "Rache an Deutschland". Mein Verstand setzt gerade aus...

__________________
...gib mir Geduld, aber ein bißchen plötzlich!
17.04.2017 20:46 inga ist offline E-Mail an inga senden Beiträge von inga suchen Nehmen Sie inga in Ihre Freundesliste auf
kizushi kizushi ist männlich



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  • Belgien 75,0 %
  • Frankreich 64,9 %
  • Niederlande 70,9 %
  • Österreich 73,2 %
  • Australien 41,8 %
  • United Kingdom 20,3 %
  • Vereinigte Staaten 16,2 %


__________________
Das sind die Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die im Irrtum verharren, das sind die Narren.
(Friedrich Rückert)
18.04.2017 13:29 kizushi ist offline E-Mail an kizushi senden Beiträge von kizushi suchen Nehmen Sie kizushi in Ihre Freundesliste auf
stefo stefo ist weiblich





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Zitat:
Original von kizushi
  • Belgien 75,0 %
  • Frankreich 64,9 %
  • Niederlande 70,9 %
  • Österreich 73,2 %
  • Australien 41,8 %
  • United Kingdom 20,3 %
  • Vereinigte Staaten 16,2 %


Interessante Zahlen. Nun müsste man sich die Einwanderungsgeschichte der Länder in Bezug auf Zuwandererung aus der Türkei anschauen - also wer ist wann von wo und warum nach X gekommen? Seit wann leben sie in X (1. Generation, 2. etc.)? Und noch vieles mehr.
Sollten dabei dann durchaus vergleichbare Verhältnisse deutlich werden, dann müssten sich die LÄnder 1-4 sowie Deutschland sicherlich fragen, was denn bei ihnen so falsch gelaufen ist.
18.04.2017 15:36 stefo ist offline E-Mail an stefo senden Beiträge von stefo suchen Nehmen Sie stefo in Ihre Freundesliste auf
baobab69 baobab69 ist weiblich





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Themenstarter Thema begonnen von baobab69
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Trump hat Erdogan zum Sieg gratuliert, in D fuhren Autokoros laut hupend am Ostermontag durch verschiedene Städte und was die Statisk betrifft: in Frankreich und Belgien ist Burkaverbot. Hat jetzt direkt nix mit Erdogan zu tuen, aber er plädert doch sehr für den rückwärtigen Weg, die Frau soll mindestens fünf Kinder kriegen, nicht mehr lachen und sich verschleiern (und dazu kann doch auch die Burka gehören?), war das nicht so?

Seltsam, seltsam...

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von baobab69: 18.04.2017 22:05.

18.04.2017 22:05 baobab69 ist offline E-Mail an baobab69 senden Beiträge von baobab69 suchen Nehmen Sie baobab69 in Ihre Freundesliste auf
mille mille ist weiblich





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Falls ein Referendum für die Todesstrafe statt findet, gehen dann auch wieder die Türken in Deutschland an die Wahlurne?
18.04.2017 23:25 mille ist offline Beiträge von mille suchen Nehmen Sie mille in Ihre Freundesliste auf
baobab69 baobab69 ist weiblich





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Themenstarter Thema begonnen von baobab69
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Hmm, wie gehen wir denn nun damit um? Wir wissen ja jetzt nicht, ob unsere super netten Nachbarn oder der Inhaber und die Mitarbeiter vom Lieblings- Döner- Imbiss gewählt haben, müssen wir die jetzt boykottieren und den Kontakt vermeiden aus politischen Gründen? Muß ich jetzt auf georgischen Tee übergehen?

Was die mögliche Volksabstimmung zur Todestrafe betrifft. Meinen die damit Kopf ab?
Kann mir das schon vorstellen, wie das logitisch kommt, auch für die, die nicht so gut lesen können: Stimmtzettel mit "evet" und "evet" oder mit "evet" und "hayir" und dem Bild einer Guillutine mit Hinweis zur Tür nebenan..."evet" heisst"ja".

Auf alle Fälle gehts jetzt in den Sozialen Medien zienlich ab mit politischen Witzen und ähnlichem, egal ob Trump, Erdogan oder dem schrillen Typ aus Nordkorea, der so gernen mit Raketen spielt. Ich glaub, sowas hab ich seit der Helmut- Kohl- Ära nicht mehr erlebt.

Teufel
19.04.2017 08:21 baobab69 ist offline E-Mail an baobab69 senden Beiträge von baobab69 suchen Nehmen Sie baobab69 in Ihre Freundesliste auf
jes



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Dabei seit: 13.01.2008
Beiträge: 3.859

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Zitat:
Original von mille
Falls ein Referendum für die Todesstrafe statt findet, gehen dann auch wieder die Türken in Deutschland an die Wahlurne?

Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob man diese Wahl hier nicht verhindern hätte können, indem gesagt wird, nur im Wahlland kann gewählt werden oder per Briefwahl.
Ist ja schlimm, sowas, aber auch Sache des betreffenden Landes.

Ich denke, dass die meisetn Leute gar nicht wussten was genau sie da wählen.
Irgendwo wurde gesagt, das sei eine Art Protest...wie blöd muss man sein...oder nicht richtig informiert. Das wichtigste ist, den Kindern die Kritikfähigkeit beizubringen und wie sie sich gegen die Berieselung mit Falschinfos schützen können.

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19.04.2017 08:33 jes ist offline E-Mail an jes senden Beiträge von jes suchen Nehmen Sie jes in Ihre Freundesliste auf
baobab69 baobab69 ist weiblich





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Die Türkei eröffnet aufgrund ihrere Gesetzeslage die Möglichkeit Auslandstürken die Abstimmung aus dem Ausland zu ermöglichen. Anscheinend gibt es in D dazu keine Gegen-Regel, also es wird nun erlaubt oder zumindest geduldet in D.
Haben wir auch so ein Gesetz irgendwo im GG oder so? Also dürfen Deutsche dann auch wählen gehen irgendwo im Ausland und jede Volksabstimmung mitmachen, die hier grad rund geht? In NRW ist es zB aktuell wegen Abi G8/ G9.
Mein persönlicher Aufruf an alle aus dem Forum, die zuletzt in NRW wohnten: dürft Ihr mitmachen, wo auch immer Ihr Euch grade aufhaltet?
Und wenn die Türkei sowas kann, warum können das unsere afrikanischen Leute nicht? Mir ist nichts zu Ohren gekommen, als im Dezember in Ghana oder Gambia gewählt wurde, dass die Auslands- Ghanaer oder -Gambia-Leute wähen dürften von dort, wo sie aktuell wohnen. Auch Autokorsos habe ich von denen hier nicht gesehen.

Am fehlenden Temperament oder an der fehlenden Feierlust oder fehlenden Autos- so grundsätzlich- kann es nicht liegen.
19.04.2017 08:53 baobab69 ist offline E-Mail an baobab69 senden Beiträge von baobab69 suchen Nehmen Sie baobab69 in Ihre Freundesliste auf
kizushi kizushi ist männlich



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Sorry, mit Hysterie und Obsession kommen wir nicht weiter.
Mich belastet es auch sehr, dass von meinen 5.000 Kolleginnen etwa 6 bis 7 hundert bei der letzten Landtagswahl die AfD gewählt haben. Die große Mehrheit von ihnen werden keine N*zis, sondern Protestwähler sein. Und ich muss trotzdem mit ihnen arbeiten.

Apropos N*zis und Hysterie.... ich würde mir so viel Aufmerksamkeit für andere Themen wünschen. Zum Beispiel dass wir in wenigen Tagen vielleicht eine Faschistin als Präsidentin unseres Nachbarlandes "begrüßen" dürfen. Oder über die steigende Kinder- und Altersarmut in unserem Land, einem der reichsten Länder der Welt. Dazu sehe ich keine Talkshows, keine Titelblätter, nichts.

Ich kenne etliche Evet-Wähler persönlich, das sind keine Monster sondern sie haben unterschiedlichste Motive. Mehr Selbstkritik und viiiel weniger Nationalismus würde ich mir von den meisten wünschen. Aber sie haben nunmal auch nicht in der eigenen Familie unsere Erfahrungen wie das Dritte Reich gemacht. Dafür haben sie andere Erfahrungen wie Militärdiktatur, Einschränkung der Religionsausübung, Armut und starken wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Nicht nur am Fernsehen oder durch Erzählungen sondern hautnah in der eigenen Familie bei den (oft jährlichen) Besuchen in der Türkei.

Das Wahlrecht der hier lebenden Türken von deutscher Seite aus beschneiden? Was wäre wohl los, wenn Putin oder Erdogan beschließen lassen würden, dass deutsche Staatsbürger auf ihrem Territorium nicht wählen dürften? Das ist genau ein Aspekt, der viele in Erdogans Arme treibt, die Bevormundung und Besserwisserei der "Europäer". Erdogan versteht es, genau das populistisch in den Herzen vieler Türken anzusprechen.

Mit Ausgrenzung und Boykott lösen wir gar nichts. Ich bin überzeugt davon, dass die Wahl anders gelaufen wäre, wenn es nicht diesen Hype um das Verbot der Wahlkampfauftritte in Deutschland und den Niederlanden gegeben hätte. Ein Bärendienst...

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Das sind die Weisen, die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die im Irrtum verharren, das sind die Narren.
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19.04.2017 09:51 kizushi ist offline E-Mail an kizushi senden Beiträge von kizushi suchen Nehmen Sie kizushi in Ihre Freundesliste auf
Gaskiya





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Zitat:
Original von baobab69
Die Türkei eröffnet aufgrund ihrere Gesetzeslage die Möglichkeit Auslandstürken die Abstimmung aus dem Ausland zu ermöglichen. Anscheinend gibt es in D dazu keine Gegen-Regel, also es wird nun erlaubt oder zumindest geduldet in D.
Haben wir auch so ein Gesetz irgendwo im GG oder so? Also dürfen Deutsche dann auch wählen gehen irgendwo im Ausland und jede Volksabstimmung mitmachen, die hier grad rund geht? In NRW ist es zB aktuell wegen Abi G8/ G9.
Mein persönlicher Aufruf an alle aus dem Forum, die zuletzt in NRW wohnten: dürft Ihr mitmachen, wo auch immer Ihr Euch grade aufhaltet?
Und wenn die Türkei sowas kann, warum können das unsere afrikanischen Leute nicht? Mir ist nichts zu Ohren gekommen, als im Dezember in Ghana oder Gambia gewählt wurde, dass die Auslands- Ghanaer oder -Gambia-Leute wähen dürften von dort, wo sie aktuell wohnen. Auch Autokorsos habe ich von denen hier nicht gesehen.

Am fehlenden Temperament oder an der fehlenden Feierlust oder fehlenden Autos- so grundsätzlich- kann es nicht liegen.


Das Wahlrecht kann nicht durch ein Drittland bestimmt werden. Wenn die Auslandstürken es erhalten, ist das eben so, das kann nicht verhindert werden.
In Ghana wurde das Expat-Wahlrecht übrigens diskutiert und es könnte von der jetzigen NPP-Regierung durchaus wieder auf den Tisch gebracht werden, die hätten nämlich einen Vorteil davon. Die NDC war immer dagegen, sonst gäbe es das vermutlich schon.
19.04.2017 11:14 Gaskiya ist offline E-Mail an Gaskiya senden Beiträge von Gaskiya suchen Nehmen Sie Gaskiya in Ihre Freundesliste auf
kizushi kizushi ist männlich



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"Das nahezu in allen Medien zur Schau getragene demokratietheoretische Kopfschütteln bei der Nachbesprechung des Abstimmungsverhaltens der deutschtürkischen Wähler zum Referendum in der Türkei offenbart eine tiefe Unkenntnis über die Deutschtürken, ihre Gemütslage und ihre Beweggründe.
Ich stelle folgende These in den Raum: Nahezu keiner, der mit Ja gestimmt hat, hat über eine Verfassungsänderung abgestimmt. Eine Auseinandersetzung mit dem eigentlichen Gegenstand des Referendums, der türkischen Verfassung oder den inhaltlichen Änderungen, hat praktisch nicht stattgefunden. Den wenigsten Ja-Wählern in Deutschland ist die türkische Verfassung oder der Inhalt der Änderungen bekannt. Die Grundlage für die Wahlentscheidung war nur in den seltensten Fällen die Frage nach den Vorzügen oder Nachteilen eines Präsidialsystems. Die Ja-Stimme hat eine Bedeutungsaufladung erfahren - und zwar von allen Seiten der Debatte -, die weit von der inhaltlichen Substanz der Verfassungsänderungen entfernt ist.
Erst wenn diese Tatsache erfasst und analysiert wird, machen Nachbesprechungen über die "demokratische Reife" der Wähler Sinn. Bislang sind in der Presse nur Selbstgespräche der Kommentatoren zu lesen."
(Murat Kayman)

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19.04.2017 11:33 kizushi ist offline E-Mail an kizushi senden Beiträge von kizushi suchen Nehmen Sie kizushi in Ihre Freundesliste auf
Gaskiya





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Zitat:
Original von kizushi
Ich kenne etliche Evet-Wähler persönlich, das sind keine Monster sondern sie haben unterschiedlichste Motive. Mehr Selbstkritik und viiiel weniger Nationalismus würde ich mir von den meisten wünschen.


Da würde ich mich anschließen. Ich kenne auch ein paar, die aus für mein Verständnis merkwürdigen Motiven Erdogan-Fans sind. Darunter auch ein Student, der mal mit seinen pro-Erdogan-Sprüchen meine Seminar-Diskussionen gesprengt hat.
Ich kenne mich mit der Politik in der Türkei selbst wenig aus, mir scheint aber auch ein ziemlich ausgeklügelt inszenierter Hype um die Person Erdogan zu bestehen (ähnlich wie bei Trump, möglichst polternd, als das Gegenstück "zu brav" wirkenden Politikern wie Merkel oder Obama). Frage mich aber, wie die türkische Opposition aufgestellt ist, dass sie da kein Gegengewicht schaffen können.

Was wir vielleicht aus Trump, Erdogan etc. lernen können, ist, dass sich freiheitliche westlichen Werte nicht automatisch durchsetzen. Wir haben viele schöne Worte, aber oft keine Antworten - vor allem nicht auf die sozialen Fragen. Es gibt weltweit eine Rückkehr von Diktaturen, die irgendwo auch eine Antwort auf die Krise der westlichen Demokratie ist. Das sehen wir ja selber am Erstarken der Rechten, da hat Kizushi schon recht. Da braucht man gar nicht nur auf die Türkei zu schauen.

Vielleicht müssen solche Erfahrungen auch wieder gemacht werden, damit man freitheitlich Werte (wieder) zu schätzen weiß?
19.04.2017 11:37 Gaskiya ist offline E-Mail an Gaskiya senden Beiträge von Gaskiya suchen Nehmen Sie Gaskiya in Ihre Freundesliste auf
baobab69 baobab69 ist weiblich





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Gaskiya, zu Deinem letzten Satz.

Also zumindest in D gehört es zum Standartprogramm, schon seit der Schulzeit ab Klasse 5 (für alle Schulen in NRW), Antifa- Literatur zu lesen und zu besprechen, Klassenreise zu KZs, aber auch entsprechende Bildungsreisen bei Gewerkschafts- und Kirchenjugend. Jeder Jugendliche hat die Möglichkeit, sich aktiv mit dem Thema Faschismus, Nazi- Zeit, Diktatur (eingeschränkter Meinungsfreiheit usw) und der dt Vergangenheit auseinander zu setzen und davon zu lernen und davon abzuleiten, dass die Freiheiten und Demokratie und Verfassung (GG), wie sie jetzt besteht, keine Selbstverständlichkeit ist.
In der Prämabel stehen interessante Sätze dazu drin.
Das GG bearbeitet jeder im Integrationskurs, spätestes zum Einbürgerungstest und im Schulunterricht im Fach Politik, Sozialkunde, praktische Philosophie oder wo auch immer. Kann man nicht sagen: man weiß von nix.
Mein Kind wird in der weiterführenden Schule planmäßig "Sarah Abt" lesen, das steht jetzt schon im Lehrplan fest, das haber ich schriftlich von der Schule.

Das amerikanische Buch "Die Welle" wurde bereits in den 70igern verfilmt, später gab es eine Neuauflage des Kinofilms und es gehört zu den Klassikern der Schulliteratur.

Also zumindest die Deutschtürken, hier groß geworden sind, können nicht behaupten, sie wären total ahnunglos, sie müssten es erstmal Erdogan ausprobieren- wo soviele Parallelen zum Wirkmechanismus zu "1984" und "Die Welle" jetzt schon bei Erdogan erkennbar sind. Sehe ich so.

OK, einer der einmal stockbesoffen war, inkl. Ausflug in die Entnüchterungszelle, kann draus lernen. Künftig weniger und zivilisierter saufen oder gar nix mehr. Andere saufen weiter, Stück für Stück, bis zum Delir und Exitus.

Ich glaube nicht, das es nötig ist, dass wir Faschismus und ähnliches Schlimmes aus der (dt) Vergangenheit nochmals wieder haben müssen, nicht bei uns, nicht anderswo, schon gar nicht bei und mit denen, die Gelegenheit hatten, bereits als junger Mensch darüber (be)greifbar zu lernen.
Und auch nicht deshalb, weil da einer meint, sich politsch ausprobieren zu müssen, wie weit er gehen kann.
19.04.2017 21:49 baobab69 ist offline E-Mail an baobab69 senden Beiträge von baobab69 suchen Nehmen Sie baobab69 in Ihre Freundesliste auf
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Zusatz: Entsprechendes gilt hier für die dt Wähler einschlägiger Parteien.
19.04.2017 21:50 baobab69 ist offline E-Mail an baobab69 senden Beiträge von baobab69 suchen Nehmen Sie baobab69 in Ihre Freundesliste auf
Gaskiya





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Zitat:
Original von baobab69
Gaskiya, zu Deinem letzten Satz.

Also zumindest in D gehört es zum Standartprogramm, schon seit der Schulzeit ab Klasse 5 (für alle Schulen in NRW), Antifa- Literatur zu lesen und zu besprechen, Klassenreise zu KZs, aber auch entsprechende Bildungsreisen bei Gewerkschafts- und Kirchenjugend. Jeder Jugendliche hat die Möglichkeit, sich aktiv mit dem Thema Faschismus, Nazi- Zeit, Diktatur (eingeschränkter Meinungsfreiheit usw) und der dt Vergangenheit auseinander zu setzen und davon zu lernen und davon abzuleiten, dass die Freiheiten und Demokratie und Verfassung (GG), wie sie jetzt besteht, keine Selbstverständlichkeit ist.


Wäre schön, wenn es so wäre. Wenn ich mir den Bildungsweg meiner Kinder anschaue, finde ich, dass politische Bildung und Friedenserziehung recht kurz kommen. Und von dem wenigen, das gemacht wird, kommt in einem bestimmten Alter noch weniger an.

Aber das meinte ich gar nicht. Der Bogen von Erdogan zum deutschen Faschismus ist mir doch zu groß, vielleicht war das missverständlich. Mir geht es eher darum, zu hinterfragen, WARUM Menschen eine bestimmte politische Richtung wählen, auch wenn dies langfristig auch ihre Freiheit beschneidet.

Aus der Autokratieforschung wissen wir ja, dass viele Diktatoren ins Amt gewählt werden und durch Wahlen immer wieder darin bestätigt werden. Also muss es ja Leute geben, die davon profitieren. Das, was Autokraten außerdem vermitteln, ist ein emotionales Wir-Gefühl, das funktioniert nicht über das Verstehen und Wissen, sondern Fühlen. Die Werte, die in der Schule zu Demokratie vermittelt werden, sind abstrakt und lassen viele kalt.

Das mit der Ausnüchterungszelle ist gar nicht mal so ein schlechtes Beispiel. Statt was "zu lernen" kann er sich ja auch einfach ungerecht behandelt fühlen und beim nächsten Mal aus Trotz noch mehr saufen - selbst wenn es ihm dann schlecht geht. So in etwa tickt der "Protestwähler".
19.04.2017 23:00 Gaskiya ist offline E-Mail an Gaskiya senden Beiträge von Gaskiya suchen Nehmen Sie Gaskiya in Ihre Freundesliste auf
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Nochmal als Eklärung zu meinem Post:
Ich bin der Meinung, dass die Wahl und die Entscheidung einzig Sache der Türkei und der Türken ist, es handelt sich um einen souveränen Staat, der zu respektiren ist und auch andere Staaten und deren Rechte zu respektieren hat
Ich frage mich nur, was deren Wahlkampf auf unseren Straßen zu suchen hat. Nicht, dass die Türken ihre politisch Meinung hier nicht kund tun dürften, das ist ja mit dem Grundgesetz geregelt. Dass aber Politiker hier Wahlkampf machen, finde ich unangemessen. Dieses hin und her für vorgesehene Wahlkampfreden fand ich entwürdigend. Dass hier extra Wahlurnen aufgestellt werden, finde ich nicht erforderlich, sie sollten zuhause wählen und da, bitteschön, was immer sie wollen, gern auch als Briefwahl.
Für mich hat diese Wahl auch nicht so viel mit den Demokratiewünschen der Türken hier zu tun, ich denke, sie wählen einzig aus Sicht der türkischen Geschichte und da ist ein stark scheinender Herrscher mit einem aus Steuergeldern finanzierten Palast anscheinend anheimelnder als eine parlamentarische Demokratie, ganz im Gegensatz zu unserem Verständnis hier aufgrund unserer geschichtlichen Erfahrung.
Es wirft ein Licht auf die Türken dort und hier und ich muss ehrlich sagen, ein mir unsympatisches.

Ich möchte keine Extremisten, egal welchen Lagers, hier agieren sehen. Ich möchte nciht, dass Menschen, die heir Zuflucht suchen, wie z.B. die Kurden oder auch einfach anders denkende Türken, hier plötzlich nciht mehr die deutschen Schutzrechte genießen können, weil Fanatiker sie ausspionieren und Repressalien aussetzen.
Wer in diesem Land lebt, hat Religionsfreiheit, alle haben Religionsfreiheit und sie ist Privatsache.

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20.04.2017 22:18 jes ist offline E-Mail an jes senden Beiträge von jes suchen Nehmen Sie jes in Ihre Freundesliste auf
Rawan Rawan ist weiblich





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Ich habe, ehrlich gesagt, auch immer so ein zwiespältiges Gefühl bei solchen Wahlen und vor allem den Kundgebungen und dem Wahlkampf als solchem. Es geht hier um eine Entscheidung, die IN der Türkei Auswirkungen haben wird und deshalb würde ich empfehlen, wen das so sehr interessiert, der sollte doch seinen Urlaub dazu nutzen, um vor Ort die Wahlkampfveranstaltungen zu besuchen und wählen zu gehen.

Wir sind auch immer sehr interessiert, was in Jordanien, Palästina und Israel wahltechnisch passiert, aber es reicht uns, die Infos über Verwandte, Bekannte und die Presse zu bekommen. Ansonsten wählen wir hier, wo wir leben und die Zukunft des Landes mitgestalten können.

Zur Sache an sich: Erdogan hat wohl wirtschaftlich und infrastrukturell (Straßenbau, Anschluß vieler Dörfer ans Wassernetz etc.pp) auf die Beine gestellt, zusätzlich vertritt er (scön zu sehen an seiner Mumie ....sorry, Ehefrau) einen ziemlich konservativen Islam, was dazu führt, dass hier die - gefühlt oder tatsächlich - Abgehängten gerne annehmen, was er ihnen als Alternative bietet. Und, ja, so manche Völker bzw. Teile davon, möchten einen starken Mann an der Spitze, der ihnen einfach sagt, wo es lang geht. So braucht man eben nicht viel nachzudenken ....

Mir tut es unendlich leid um die Türkei, sie waren schon mal so weit und vielleicht liegt hier der Fehler der EU, dieses Land nicht damals enger an uns zu binden, um den Leuten dort zu zeigen, sie gehören - auch - zu uns .... aber jetzt ist das Kind im Brunnen und ich sehe keine Zukunft für die Türkei als EU-Mitlgied, nicht unter Erdogan.
26.04.2017 15:05 Rawan ist offline E-Mail an Rawan senden Beiträge von Rawan suchen Nehmen Sie Rawan in Ihre Freundesliste auf
Dietmar Dietmar ist männlich



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Ich finde, man sollte jetzt die Gelegenheit nutzen, nicht weiter weichzuspülen, sondern die Türkei endgültig von der Liste der Betrittskandidaten streichen. Sie liegt größtenteils nicht in Europa und hat ohnehin wenig mit Europa gemeinsam.
Aber wahrscheinlich wäre das politisch wieder nicht korrekt.

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"Die Glocke stört, es stört der Muezzin. / Man bringe sie zum Schweigen, die wie ihn." (Peter Hacks)
26.04.2017 17:02 Dietmar ist offline E-Mail an Dietmar senden Beiträge von Dietmar suchen Nehmen Sie Dietmar in Ihre Freundesliste auf
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